App oder GPS-Gerät zum Nachfahren von MTB-Tracks

  • Hallo,
    ich fahre gerne auch mal Tracks anderer Leute mit dem MTB nach, insbesondere Rundtouren. Bislang habe ich gelegentlich mein IPhone mit diversen Apps dafür genutzt (GPSies, Tracks, Maps3D, MotionX-GPS.
    Runtergeladene Tracks werden auch schön mit Linien, incl. Start / Ziel angezeigt. Nun wirds aber knifflig bei Tracks, wenn im Start- und Zielbereich der Track sich überschneidet, oder auch wenn Abschnitte mitten im Track sich überschneiden oder ganz dicht beieinander liegen. Da die Tracks keine Richtungspfeile haben, weiß ich nicht mehr, welcher Linie ich folgen muss. Gibt es Apps/ Software, die das besser kann? Wie verhalten sich diesbezüglich echte GPS-Geräte?
    Bin dankbar für jeden Rat.
    Tom :

  • Servus Tom,


    so ein Fall ist immer knifflig, aber bei Outdoor-Geräten üblicherweise lösbar. Richtungspfeile lösen das Problem auch nur zum Teil, wenn sich ein Track kreuzt, ist das damit auch nicht so klar. Eine einfache Lösung ist, den Track auf dem PC auf zwei (oder gegebenenfalls auf mehr) zu zerteilen (geht mit praktisch jedem GPS-Programm, wenn man ein bisschen das Format kennt meist auch mit einem Texteditor), dann ist die Fahrtrichtung klar, wenn man die Trennstelle richtig gewählt hat.

  • TwoNav kann einen Track als Navigationsline benützen und auch Pfeile entlang der Linie anzeigen. Zudem können Wegepunkte mit in den Track integriert werden. Bei Annäherung an diese Punkte kann ein Alarm ausgelöst werden und z.B. ein Bild, das mit dem Wegepunkt verknüpft ist angezeigt werden. So ein Track wird dann als Roadbook bezeichnet.


    Entfernt man sich zu weit vom Track ertönt auch ein Alarm. Die Navigation fängt sich immer wieder am nächsten Trackpunkt. D.h. es kann schon mal vorkommen, dass man eine Rundtour von hinten anfängt.


    Grundsätzlich kann man die Tracknavigation in TwoNav als vorbildlich bezeichnen. Der Preis: Viele Möglichkeiten zum Einstellen. Wer es lieber einfach hat wird nicht glücklich. Und so schön das Roadbook auch ist. Es erfordert etwas Zeit in der Vorbereitung, die man dann oft doch nicht bereit ist zu spendieren. Und es ist nicht kostenfrei.

  • Zu TwoNav nur so viel: ich werde mir nie mehr ein Gerät von denen kaufen oder es jemandem empfehlen. Nach der inzwischen dritten Obergehäuseschale (Gummierung löst sich ab) gibt jetzt auch noch das Display mit einer Reihe von Pixelfehlern den Geist auf. Das Ding kann zwar eine Menge, aber wie kiozen schon schreibt muss man das erst einmal bedienen lernen. Zudem steckt es voller kleiner Softwarefehler, die die Freude an diesem Gerät nachhaltig trüben.


    So schön sich das mit dem Abweichungsalarm anhört, so lästig ist das Gepiepse, wenn das Gerät in einer engen Schlucht oder infolge Reflexion naher Felswände wieder einmal grob neben der Position liegt und infolge eines suboptimalen Korrekturalgorithmus ewig lange braucht, bis es wieder die richtige Position hat.


    Fazit: ich hatte bisher mit wenigen elektronischen Geräten so viel Ärger wie mit dem Sportiva. Die Software beim neuen Anima ist praktisch identisch. Mein Rat: Finger weg davon.

  • Zu Apps fürs Handy und insbesondere fürs iPhone kann ich leider nicht viel beitragen.
    Unter Android sind mir Orux und Locus ein Begriff. Bei diesen Apps ist es aber wohl so, dass es bei Tracks ebenfalls keine Richtungspfeile oder dergleichen gibt, wohl aber bei Routen.



    Ähnlich ist es bei den GPS-Geräten der Firma Garmin:
    Bei Tracks keine Pfeile; bei Routen gibt es an den Abzweigungen aber Richtungspfeile und man erhält auch Abbiegeanweisungen auf dem Display. Allerdings ist das Routing von Rundkursen bzw. sich kreuzenden Wegabschnitten immer eine etwas heikle Angelegenheit. Wie scarpanto bereits vorgeschlagen hat, würde ich in so einem Fall lieber die Route in Abschnitte zerteilen.


    Eine Möglichkeit, die wohl vom Prinzip her bei allen Geräten (und auch Apps) funktionieren könnte, wäre das Setzen von durchnummerierten Wegpunkten entlang des Tracks; und zwar knapp hinter den Kreuzungen:


    [IMG:http://www.gps-forum.net/userpix/5685_201_1.jpg]


    Du kommst von Punkt 1 und erreichst zum ersten Mal die Kreuzung, an der Du zunächst geradeaus fahren willst. Als nächstes musst du also zu Punkt 2 fahren. Über die Punkte 3 und 4 kommst Du auf einer Schleife wieder zu der selben Kreuzung; weiter geht es dann also in Richtung Punkt 5. Natürlich muss man dabei immer ein bisschen den Überblick behalten, welcher Punkt als nächstes dran ist.



    Beim Hersteller Satmap gibt es die klassische Unterscheidung zwischen Route und Track nicht mehr. Sobald eine Tour gestartet ist, wird sie automatisch immer zur Route.
    Hier gibt es Richtungspfeile entlang der Route.
    Eine weitere Orientierungshilfe ist die Farbe der Punkte: Nomalerweise werden alle Punkte der Route grün dargestellt, aber der nächste anzusteuernde Punkt erscheint immer in blau. Sobald dieser Punkt erreicht ist, wird er wieder grün und der folgende Punkt wechselt zu blau usw..
    Allerdings sind die Richtungspfeile und die Farbwechsel auf dem Display schwer zu erkennen; da muss man schon ganz genau hinschauen. Zu Fuß ist das in der Regel noch gut möglich, aber auf dem Fahrrad hat man meist nicht die Zeit, so lange auf den Bilschirm zu schauen.


    Mit den Geräten anderer Hersteller (Falk, TwoNav, Teasy usw) habe ich leider keine Erfahrungen.

  • Bei Garmin gibt es keine wirkliche Tracknavigation. Der Hersteller setzt auf das Routing. Solange man sich auf Wegen befindet, kann man das auch machen. Routing hat den Vorteil, dass es eindeutige Abbiegehinweise gibt.


    Allerdings ist die Route bei Freizeitaktivitäten nicht so einfach zu berechnen wie im Auto. Wenn man bei Garmin die kommerziellen Karten verwendet, dann gibt es eine Auswahl für Fußgänger und Rad, bzw für schwer und leicht. Ob das immer zu dem gewünschten Weg führt? Das muss jeder selber entscheiden.


    Mit der Garmin Software Basecamp kann man auch Routen manuell am Pc definieren und diese übertragen. Dazu gibt es reichlich Threads im Internet. Einfach ist das allerdings nicht. Aber wenn man sich reinfuchst geht es.